Erneut hat die Front Deutscher Äpfel in Augsburg das Fallobst besiegt, unzählige Sympathisanten gewonnen und den Anspruch auf die Weltherrschaft gesichert. Nie waren wir erfolgreicher, nie die Schar unserer Anhänger größer, nie der Jubel lauter, nie das Fallobst weniger. Kameraden, der 25. Februar 2008 war ein Jubeltag für jeden aufrechten Apfel. Aber nicht nur der, schon der 23. Februar bildete den Auftakt zu unserem triumphalen Sieg über das braune Täterfallobst.

23. Februar 2008 – Demo gegen Rechts
Ursprünglich war der Aufmarsch der Rechten für den 25. Februar vorgesehen. Da das aber nu ein eher ungünstiges Datum für ne Demo ist da Montag, vorverlegten sie diese auf Samstag, den 23. Februar. Doch die Sonne schien an diesem 18°C warmen Frühlingstag nicht für Nazis, denn alle Plätze waren bereits von zahlreichen Gegengruppierungen belegt worden, so dass für Nazis irgendwie kein Platz war. Die Demo musste leider leider daher verboten werden, worauf hin die Nazis sich entschlossen, an diesem Tag zu schmollen und dafür am Montag wiederzukommen…. zahlreich und sauer. *lol* Aber nehmen wir uns die Schmakerl nicht vorweg.
Am Samstag wollte die Stadt Augsburg ein deutliches Zeichen gegen Rechts setzen und zu diesem Zweck gingen zahlreiche Bündnisse, Parteien, Gewerkschaften aber auch etliche Familien mit Kind und Kegel auf die Straße und taten ihre Meinung lauthals, mit unglaublich vielen kreativen Ideen und beispiellosem Elan kund. So durfte natürlich auch wir, die einzig wahre nationale Kraft, das Bollwerk des Apfels, die Retter des deutschen Obstbestandes, der Grund, weshalb die Sonne an diesem Tag schien, nicht fehlen. Von weit her waren wir teilweise gekommen. So folgten z.B. die fränkischen Kameraden der Ortsgruppe Bamberg (spätestens seit Gräfenberg legendär) dem Lockruf der Partei mit den Sonnenblümchen in die Fuggerstadt und scheuten auch die fast vierstündige Anreise nicht. Ferner war der frisch aus dem Apfel gepellte Stadtgau München und selbstverständlich der örtlich zuständige bayerische Kringel Augsburg zugegen, der uns fortan durch die Straßenschluchten Augsburgs förrte. Die Wiedersehensfreude am Moritzplatz war groß, hatten wir uns doch teilweise seit dem Frontgeburtstag im Oktober nicht mehr gesehen und so wurde die Zeit genutzt, gleich ein paar hübsche Erinnerungsfotos zu machen, zahlreiche Ansteckplättchen auszutauschen und herrliche Musik erschallen zu lassen. Sodann war es Zeit zum Arbeiten: Sternmarschieren war angesagt. Bereits auf dem Weg zum Treffpunkt begegneten wir den ersten neugierigen Interessenten, naja wir sahen aber auch schick aus. Einer von ihnen war besonders aufdringlich und ließ es sich nicht nehmen, uns einige kurze Zeit zu verfolgen. Aus irgend einem Grund schien es ihm wichtig zu sein, uns mitzuteilen, dass er HALBrechter sein. Wenig später war er HALBlinker. Wir kamen jedoch bald zu dem Schluss, dass er wohl eher VOLLtrunken war und verabschiedeten uns schleunigst.
Dann war es endlich soweit. Wir näherten uns dem Treffpunkt, dem Beginn des Sternmarsches. Aus der Ferne konnten uns die Bürgerlichen bereits wahrnehmen, zeigten jedoch eher mäßiges Interesse. Das sollte sich bald ändern, denn noch in der Unterführung nahmen wir Formation und Haltung hat. Das Banner wurde gestrafft, die Fahne gebläht, die Zöpfe nach hinten geworfen und das mit einem mp3-Player verbundene Megaphone voll aufgedreht. Leider funktionierte die Rolltreppe nicht, aber so stiegen wir eben würdevoll und gemessenen Schrittes unter den knattrig-feurig-donnernden Noten von Wagners „Ritt der Walküren“ (TattatataTATA, tattaTATATA) die Stufen gen Tageslicht aus dem Untergrund empor. Ein Anblick für Götter! Oben angekommen hielt der Bamberger Ortsgruppenleiter eine flammende Rede, die mit tosendem Applaus und einer tränenrührende Dankesansprache von Heinz Paula gekrönt wurde. Nichts anderes hatten wir erwartet und so marschierten wir los. Doch was war das? Wir marschierten am Ende des Sternmarsches. Das ging schon mal gar nicht, also galoppierte die Apfelfront Kamerad hinter Kamerad unter wohlwollendem Gelächter an die vorderste Front (Wenn man uns Dreistigkeit unterstellen möchte, könnte man sagen, wir haben die Demo übernommen^^). Dort war es schon viel gemütlicher und vor allem standesgemäßer mit Kameras, Team Green und anderen Presseleuten. Da schreit es sich unsere zackigen Parolen gleich noch mal so gut.

Am Rathausplatz angekommen wurden erst mal richtig viel Flieger und zahlreiche Ansteckplättchen unters jubelnde Volk gebracht. Der Ansturm war groß und auch wenn uns scheinbar die meisten zu kennen schienen – darunter nicht wenige Lokalpolitiker – bestand hie und da vereinzelt noch Aufklärungsbedarf. Im Gegenzug wurden wir mit reichlich Fliegern, Aufklebern und Kugelschreiber eingedeckt. Gehen wir mal davon aus, dass sie uns wirklich lieben und nicht auf die nächste Woche stattfindende Kommunalwahl spekulierten. Mitglieder der Jusos sind hier besonders lobend zu erwähnen. Auch wenn sie uns schmunzelnd als Schmarotzer bezeichneten, so fanden sie doch genau den richtigen Moment, um mit Händen voll Ahoi-Brause und Gummibärchen vor unsere knurrenden Mägen zu treten. (Naja, vllt. wollten sie auch an uns vorbei.^^) Aufgedreht vom Zucker veranstalten wir kleinere Spiele, die immer wieder interessiert beäugt, belacht und fotografiert wurden.
Um ca. 13.20 Uhr wurden wir dann auf die Bühne gerufen. Erneut von Walküren begleitet stellte sich der Bamberger OGL vor das FDÄ-Banner und hielt eine weitere Ansprache an das jubelnde Volk und umschrieb dabei das Projekt Apfelfront. Anschließend gab´s zu Blümchens „Blaue Augen“ erfrischenden Hitlersport, dem sich gerade die jüngeren Demonstranten freudig anschlossen, und nicht zuletzt der traditionsreiche und allseits beliebte Fahnenstangen-Limbo, mit wir dann endgültig die Herzen der Augsburger eroberten.
Als wir uns dann ein halbstündiges Päuschen in der Sonne gönnten, gesellte sich der (eher schlampig angezogene) Schwarze Block lautstark auf den Platz. Ihre Alerta! Alterta!-Rufe beantworteten wir mit einem saftigen APFELFASCHISTA!, stellten uns dann mit dem FDÄ-Banner direkt vor sie und lehnten ihre Einladung zu einer Spontandemo höflich dankend ab.
Mittlerweilen war es früher Nachmittag geworden und der Rathausplatz leerte sich nach und nach (die Hüpfburg leider nicht) und so traten wir bald die geordnete Frontverkürzung an. Die Verabschiedung wurde standesgemäß mit einem boskopistischen Gruß und dem immer beliebter werdenden Gruppenkuscheln zelebriert und etwaige Abschiedstränen heimlich verdrückt. So können wir es bereits jetzt kaum noch erwarten, unsere fränkischen Kameraden in wenigen Wochen in Berlin wiederzusehen.
25. Februar 2008 – Demo von Rechts
Es begann mit einer gelinden Enttäuschung. Statt dem erfahrungsgemäß zu erwartenden Polizeiaufgebot bereits am Münchner Bahnhof, fanden wir dort lediglich zwei Mitglieder von Team Green vor, die sich mit einem Schwarzfahrer unterhielten. Uns hingegen beachteten sie nicht. Auch im Zug, weder Schwarz noch Grün noch Buntes zu finden. Schon meinten wir uns im Datum geirrt zu haben, aber unserem Informanten gemäß sollte die Demo definitiv am Montagabend stattfinden. Erst im Augsburger Bahnhof wurden wir von der Polizei über unsere Absichten befragt. Als wir wahrheitsgemäß antworteten, dass wir wegen der Nazis da seien, bekamen wir augenzwinkernd zur Antwort: „Da werden sie nicht viele finden.“ Kaum aus dem Bahnhof raus, sahen wir jedoch eine Reichskriegsflagge und Ja, ein Nazi und noch einer und noch einer und….. 14! - Ehrlich, wir haben mehrmals nachgezählt, aber es wurden einfach nicht mehr. Ich glaub sogar, dass wir ein kleines dickes Männchen möglicherweise zweimal gezählt haben. Unser Jubel fiel nach teils über 2-stündiger Anreise eher verhalten aus. Da machen wir uns so eine Mühe und die bringen nur die paar erbärmlichen Hampelmänner auf die Beine. Nicht mal die Polizei hielt es für notwendig, diese größer zu bewachen. Aber da Neonazis erfahrensgemäß Rudeltiere sind und dem Herdentrieb folgen, drückte sich das braune Dutzend an der Bahnhofswand rum und bewegte sich nicht vom Fleck, mal abgesehen von ihren Handys, die sie immer brav und wünschelrutengleich in unsere Richtung hielten. Das ist zwar sehr nett, aber Leute, wir haben selber Handys.
Wir zogen uns zusammen mit dem Augsburger Kringel sodann zum Merkurbrunnen zurück. Der ist zwar ziemlich nah, aber wir trauten uns nicht weiter weg, um den kleinen Naziwanderclub nicht aus den Augen zu verlieren. Nachdem wir uns aufgehübscht, uniformiert und in Stellung gebracht hatten und die Antifa so nett war, von uns ein paar inszenierte Fotos zu schießen, legte der stellvertr. GL Bernhard Kopancek los und hielt eine glühende Rede über Braunes Täterfallobst. Dann geschah das Unglaubliche: das kleine dicke Männchen löste sich vom braunen Klumpen und kam mindestens 100 m ganz ohne Begleitung durch seine Kameraden bis auf 2 m ran, baute sich vor dem Banner auf und richtete seine Kamera auf uns. Wir waren hin und weg vor Entzückung. Kopancek bot ihm darauf hin aus Dankbarkeit an, ein Gruppenbild mit ihm zu schießen, doch nach einigen Sekunden des Zögern, schüttelte kleines dickes Männchen den Kopf. Dann klingelte sein Handy: „Kann grad nicht, ich film grad Zecken.“ Selbstverständlich baten wir ihn höflich, das Video bei YouTube einzustellen und hoffen, es in den nächsten Tagen dort zu finden. Vielen Dank an dieser Stelle an das Bündnis Nationale Opposition.
Alsdann wurden die Nazis zu Team Green gerufen. Während die sich miteinander beschäftigten teilten wir uns aus strategischen Gründen auf. Eine Gruppe folgte eskortierte das Fallobst direkt zum Jakobertor, die andere Hälfte füllte den Vorrat an Apfelringen auf und sondierte anschließend die Lage am Rathausplatz. Dort warteten bereits reichlich Gegendemonstranten auf die Nazis, aber solche waren noch lange nicht in Sicht, weshalb wir zur erneuten Frontvereinigung entschlossen. Diese gestaltete sich jedoch zu Anfang etwas schwierig. Kommentar von einem Team Paris Blueler „Ihr müsste dalang, aber die Kameraden, die so aussehen wie ihr, die sind dalang.“ – Danke. Zudem kamen uns mehrere Trauben Punks und Antifanten entgegen, jeweils mit dem einhelligen Ratschlag umzudrehen. In der Richtung sei alles dicht gemacht worden, da sei kein Durchkommen. Unser letzte Anweisung lautete jedoch den S-Bahnschienen entlang zur anderen Seite des Platzes zu folgen. Diese Schienen endeten jedoch tatsächlich unter den Füßen einiger gut gepanzerter Leute in Blau. Doch wir wären nicht die Apfelfront, wenn wir nicht auch dafür eine Lösung hätten. Einfach nett fragen, ob wir noch durch dürfen und schon geht das.
Wieder vereint mit unseren Leuten mussten wir feststellen, dass zwar noch keine Nazis in Sicht waren, der Platz von der Polizei aber in zwei Lager aufgeteilt worden ist. Traurige Erinnerungen stiegen daraufhin in unserem stellvertr. Gauleiter auf und veranlassten ihn dazu, sich erneut seines Megaphones zu bedienen. Er sprach über den Mut zu Südfrüchten, über die Gefahren des Zitronismus und weitere problematische Themen, die jedes pomologisch-korrekte Herz rühren. Die Menge johlte und tobte erst recht, als Kopancek von der Polizei die Wiedervereinigung des Volkes („Wir sind EIN Volk.“) auf dem Platze verlangte. Dann rief er zur Gruppenarbeit auf: Wir schrien die FDÄ-Parolen an, die andere Seite antwortete. Nach ein paar Übungsrunden klappten das wie am Stielchen lediglich unterbrochen von stehenden Ovationen und Jubel.
Dies verleitete Team Green zu einer Unterredung mit Kopancek. Sie wollten ihn anhand seines Ausweises näher kennenlernen und warfen ihm vor, als Rädelsführer eine unangemeldete Demonstration zu veranstalten, da wir ja mindestens 20 FDÄler seien und die Leute hier alles mitmachen würden, auch die von der anderen Seite ja offenbar dazugehören würden. Tatsächlich waren wir zu diesem Zeitpunkt gerade mal 5 Äpfel. Es ist schon erstaunlich, wie wenig Mittel es erfordert, eine spontane Volkserhebung zu provozieren. Da nun das Damoklesschwert eines möglichen Bußgeldbescheides über uns hing, teilten wir uns gelegentlich auf, damit wir 5 noch weniger aussahen.
Aber zuerst einmal kamen endlich das Fallobst, das sich immerhin schon auf ca. 50 Glatzen vermehrt hatte. Sie gingen keine 2 m an uns vorbei, gemessenen Schrittes, griesgrämiges Gesicht und mehr Fahnen als Menschen. Was uns jedoch am meisten überraschte, war, Mike Nwaiser unter ihnen zu sehen. Unser Mikey, der sich einen ganz bösen Schnitzer auf seiner Seite nationalesmuenchen.de erlaubt hat, indem er zwei Kameraden per Foto, Namen und Chatprotokoll angeschwärzt hat. Es ist wunderlich, dass er sich überhaupt noch aus dem Haus traut, nachdem ihm von seinen eigenen Kameraden in den Kommentaren zu diesem Bericht indirekt Prügel angedroht und ihm mit offenem Rassismus auf Grund seiner Herkunft begegnet wurde. Och, er sah auch gar nicht glücklich aus und wollte noch nicht mal unsere aufmunternden Zurufe hören.
Sodann begann das übliche Spiel: Nazis ziehen vorbei, wir nach. Dann folgten diverse Spurts durch unzählige Seitengassen, um mal neben, mal vor dem Demozug wieder aufzutauchen. Mal war Team Green schneller, meistens aber wir. Mittlerweilen hatten wir 8 weitere Armbinden an neu requiriertes Frischobst verteilt, so dass, egal wo man hinblickte, immer irgendwo ein Apfel auftauchte. Wir waren schier überall und durch das lautstarke Gebrüll und Pfeiffen waren immer wieder deutlich FDÄ-Parolen zu vernehmen. Vorallem am Königsplatz, wo das Fallobst zur Abschlusskundgebung ansetzte oder mehr, es versuchte. Denn besonders viel von denen zu hören, war nicht. Ich bezweifle auch ehrlich, dass wir etwas tiefgreifendes verpasst haben.
Kurz darauf kam es zu einer seltsamen Situation: Wir liefen schon eine zeitlang auf Höhe des Lautiwagens des Fallobstes, als plötzlich das gut gepanzerte Team Green, das uns vom Lautiwagen getrennt hatte, einfach weg war. Wir erkannten unsere Chance und pflanzten uns samt Banner direkt vors Auto. Leider hielten wir nur ein paar Sekunden durch, dann kamen die Leute mit den Helmchen und Stöckchen doch noch und wir machten Bekanntschaft mit dem Kopfsteinpflaster. Aber auch das konnte unsere Freude darüber, dass der Demozug dann endgültig vorbei war nicht trüben. Der Lautiwagen flüchtete auf Anweisung von Team Green schlagartig und der Rest des Zuges wurde auf direkten Weg zum Bahnhof eskortiert. Da wir nicht hinterher konnten, gingen mit einem kleinen Umweg aber fröhlichem Gemüts in Formation und unter den Klängen Wagners gemütlich zum Bahnhof.
Da die Nazis dort noch nicht vollständig deportiert worden waren, suchten wir ein dortiges Lokal auf, um unseren Sieg zu feiern und den Abend Revue passieren zu lassen. Gerade als wir wieder gehen wollten, sprach ein Herr vom Nachbartisch uns an und ließ sich von Kopancek über unser Auftreten aufklären und nahm einige Flieger entgegen. Kommentar: „Sie sehen doch so normal aus. Das ist ja klasse!“ – Das lasse ich mal unkommentiert stehen, weil uns schon lange niemand mehr als normal bezeichnet hat. ^^
Weitere Stilblüten des Abends:
- „Hey, ihr seid doch die Apfelgang, oder?“
- „Die Apfelkämpfer!“
- „Seid ihr Vegetarier oder so was?“
HEIL BOSKOP!!!!