Archiv für April 2007
Aktion „Apfelring“
April 30, 20071./2. April 2007 – Operation „Braune Nuss“
April 20, 20071./2. April 2007 – Operation „Braune Nuss“
Die Bundesstraße B12 zwischen Altötting und Mühldorf ist immer eine Reise wert. Vorbei an lieblichen Waldstücken, grünen Wiesen und saftigen Feldern. Man möchte fast danieder knien und Mutter Natur danken für diese Pracht. Aber halt! Was ist denn das? Lokales Fallobst verunstaltet unsere schöne deutsche Landschaft.
Das Objekt des Ungemachs: eine häßliche (braune!) Holzwand mit noch häßlicheren NPD-Werbesprüchen. Pfui!
Dieser Schandfleck sorgte im Boskopistischen Traditionsgau für lautstarke Empörung. Die „braune Nuss“ bedurfte dringend einer Verschönerung. Da wir natürlich wissen, dass Kreativität und künstlerisches Talent nicht die größte Stärke des Fallobstes ist, hat sich die Apfelfront bereit erklärt, der braunen Fraktion auch diesmal hilfreich unter die Arme zu greifen: Wir überhängten die häßliche Holzwand mit einem überaus gelungenem formschönen Apfelfront-Plakat.
Leider hatte der Besitzer, ebenfalls lokales Fallobst, offenbar keinen Sinn für die wahre Kunst: Er hängte das Plakat zu unserem Bedauern am nächsten Tag wieder ab.
Aber wir geben nicht auf. Der Boskopistische Traditionsgau gibt dem lokalen Fallobst auch weiterhin gerne Nachhilfe im künsterlischen Gestalten!
Heil Boskop!
30. März 2007 – Aktion „Frühlingsoffensive“
April 20, 200730. März 2007 – Aktion „Frühlingsoffensive!
Die erste Offizielle Teilnahme an einer antifaschistischen Aktion fand am 31.3.2007 bei einer Veranstaltung der NPD in Dorfen, Bayern statt. Hier hatten sich circa 30 bis 50 Rechte versammelt und unter dem Motto “Meinungs- und Kunstfreiheit erkämpfen und erhalten. Deutsche Kultur und deutsche Musik für unsere Jugend” Dagegen standen ca. 700 bis 1000 Gegendemonstranten und ein Großaufgebot der Polizei mit mindestens 300 Beamten. Es folgt nun der offizielle Demonstrationsbericht “Dorfen” der Front Deutscher Äpfel – Gau Süd-Ost-Bayern
Wir, der Boskopistische Traditionsgau Süd-Ost-Bayern, waren erfolgreich!!!!
Nachdem wir bereits im Vorfeld uns schriftlich bei der Polizei vorgestellt hatten und auch telefonisch abgeklären konnten, was dürfen wir bringen, was nicht, traf sich der Gau am Dorfener Bahnhof ca. 1 Stunde vor Nazi. Aus mehreren Städten Bayerns waren wir gekommen um Norman Bordin zu ärgern.
Selbstverständlich suchten wir sofort den zuständigen Hundertschaftsführer auf und stellten uns vor – das gehört sich nunmal so. Auf unserem Weg zu den jeweiligen Veranstaltungsorten zogen wir das auch konsequent weiter so durch. Dabei stießen wir auf ungemein und unerwartet positive Resonanz bei ausnahmslos allen Angehörigen des Team Green und Team Blue, sowie des Erdinger Staatsschutzes. Heil Boskop! alljenen unter ihnen, die uns gar selbstlos mit allerlei Infos über Nazi-Marschroute, Infostände, Wegbeschreibungen, wo die besten Plätze sind, etc. versorgten und den Aufmarsch der Boskopisten auch bei ihren Kollegen ankündigten. Innerhalb kürzester Zeit waren wir überall bekannt, das Zwechfell wurde arg strapaziert.
Ebenso überwältigt waren wir von der Welle der Solidarität. So wurden wir, keine 10 Min. am ersten Infostand, mit reichlich Buttons versorgt und hatten ne halbe Stunde später ein Megaphon samt 7 Päckchen Batterien in die Hand der Gauleiterin gedrückt bekommen. Ich hätte Apfelmus heulen können vor Rührung, hatte ich doch die ganze Woche Elektroläden abgelatscht und mit Feuerwehren aus zwei Landkreisen erfolglos deswegen verhandelt. Unser fruchtiger Dank hierfür gilt Megaphon-Andy sowie der örtlichen Antifa, die ersterem wohl von unserer misslichen Lage erzählt hatte.
Auf sämtlichen Verstaltungen dort zeigten wir Präsenz und nahmen auch den Anlass für Norman Bordins Besuch in genauem Augenschein: das ach so böse Jugendzentrum, angebliche Brutstätte allen Übels. Wir konnten jedoch, mal abgesehen von dem wirklich furchterregenden Mangel an Türen auf den Toiletten, nichts beanstanden. Im Gegenteil, wir schlossen viele neue Bekanntschaften mit Gleichgesinnten, denen der Obstbestand ähnlich nahe geht, wie uns. Die Unterstützung war schier grenzenlos.
In fiebriger Ewartung des Happenings, fühlten sich – zu unserem Entsetzen und Fassungslosigkeit – ein paar Mädels unserer Gruppe zu einer Art Cheerlead mit Tanz und Gesang gezwungen… um es kurz zu machen: Wir sind knapp einem Drogentest entgangen (ungeflunkert).
Mit erheblicher Verspätung, also wie immer, kam dann endlich Norman Bordin mit seinem Wanderzirkus. Wie uns ein netter Greenler unaufgefordert mitteilte, beruhte diese gar unhöfliche Verzögerung auf einer technischen Panne am Megaphon-Auto der Nazis.
Dann, endlich war es so weit: Sie kamen!!!
Langsam zogen sie an uns vorbei und unserer Progandabeauftragter brüllte ihnen unsere Forderungen und Meinungen entgegen. Natürlich auch mehrfach die Apfelsaft-Parole, sehr zum Mißfallen Normans, der sich doch glatt zu ein paar selten komischen Kommentaren diesbezüglich hinreißen ließ. Doch dann geschah das Unerwartete: es kamen keine Nazis mehr nach. Unsere Verblüffung stand uns ins Gesicht geschrieben: Megaphon-O-Ton des Propagandabeauftragten: “Wie? Das wars schon? Seid ihr etwa nicht mehr? Was soll denn das?”
Ca. 50 m die Straße runter hielt dann unser Norman Bordin seine fauligen Reden. Lustigerweise sprach er hierbei teilweise von sich in der dritten Person. Wir gaben diesen Theater einem Namen: das Bordinline-Syndrom. Nachdem er uns darüber aufgeklärt hat, dass Daniel Cohn-Bendit nun ein Pädophiler ist, das Dorfen ein eigenes Landrats hat und die gesamte Redaktion von Panorama (Link siehe oben) sowieso blöd ist, wurde Rechtsrock gespielt.
Norman brüllte irgendwann mal was davon, dass die Musik jetzt mal ausgemacht werden solle. Tja, Pech für ihn, das war unser Stichwort: Musik ab für das Bonkerlied + Megaphon, was unserem Lieblings-Fallobst natürlich wieder zum Senfablassen animiert hat.
Dank unserer saumässig guten Plätze (aber das nächste Mal erwarten wir schon Reservierungen *in Richtung des Staatschutzes blinzeln tut*), begleiteten wir den Wanderzirkus noch ne zeitlang mit Parolen und Musik. Die vergessen uns nicht mehr so schnell, nur schon wegen der reichlichen Film- und Fotoaufnahme, die sie von uns anfertigten. Die waren wohl neidisch auf uns oder wollen hinterher nach was strafrechtlich Relevantem suchen. Schade nur, dass Team Green derart schwer von uns begeistert war, dass zum Schluss einer von ihnen hart mit uns um eine Armbinde feilschen wollte. Da wir aber keine Äpfel verteilen durften (im übrigen fast die einzigste Auflage, die uns gemacht wurde), bekam er auch keine Armbinde, jedoch ersatzweise, quasi zum Trost, noch ein paar Flieger und ne Presseanweisung.
Besonderen Dank an den netten Herrn vom Erdinger Staatsschutz, der es sich nicht nehmen ließ, sich persönlich von uns zu verabschieden und uns ferner erlaubte, dass wir uns ab sofort mit dem Prädikat “Approved by Staatsschutz Erding” schmücken dürfen. Flieger mit dem entsprechenden Aufdruck sind bereits in Arbeit.
Zusammenfassung:
Fallobst: ca. 30 (offiziell 50, sah aber nach wesentlich weniger aus)
Gegendemonstranten: ca. 1000
Ordnungshüter: lt. Polizei mindestens 300
Lacher: ne Menge
Gewaltsame Ausschreitung: 0
Gestörter Fallobstaufmarsch: 1
Pannen auf unserer Seite: 0
Somit war die erste große Aktion ein voller Erfolg. Wir danken hierbei auch all den anderen Demonstrationsbeteiligten, der Polizei und der Presse für so rege Publikation unserer Bilder.
10. März 2007 – Aktion „Debütantinnenball“
April 20, 200710. März 2007 – Aktion „Debütantinnenball“ in Töging
Hier hatte der Kreisverband der NPD Altötting-Mühldorf einen Infostand angemeldet, doch erschienen ist das Fallobst dann doch nicht.
Zu allererst: Wir waren erfolgreich! Sogar derart erfolgreich, dass unser – bis dahin nicht vorhandener – Ruf uns vorausgeeilt war, so dass es das Fallobst vorzog erst gar nicht aufzutauchen. Dafür aber zahlreiche Gegendemonstranten.
Da es unsere erste Aktion war, unsere Vorstellung, ja unser Debüt, waren wir natürlich nicht von kleineren Pannen verschont geblieben – naja, ist ja eine Live-Show, da kann sowas schon mal passieren: Auf dem Weg zum Versammlungsort wurden wir uns eines fatalen Fehlers bewusst: Wir waren auf alles und jeden vorbereitet und gerüstet, perfekt durchorganisiert bis ins Detail, aber eins hatten wir vergessen: Äpfel!!!
Die daraufhin aufkommende arg scheußliche Panikattacke trieb uns direkt in den nächsten Supermarkt, wo unser designierter Gauleiter hastig zu den ersten schönen rotbackigen Äpfeln griff, die sich seinem Blick entboten. Dass es sich hierbei um welche, aus südlichen Gefilden importierte handelte, wurde ihm durch unseren heiseren Schrei des Entsetzens bewusst und er bedauerte auf der Stelle zutiefst seinen Irrtum.
Alsbald setzten wir unseren harten und entbehrungsreichen Marsch zum Rathaus fort. In Sichtweite der Gegendemonstranten sahen wir uns den entsetzten Blicken der Leute ausgesetzt: Ich schwör euch, wir hatten die volle und absolute Aufmerksamkeit. Entweder wollten die uns fressen oder konnten die Dreistigkeit schlichtweg nicht fassen – vermutlich beides^^. Bis aus der Menge eine Stimme zu vernehmen war: „Aber da ist ja ein Apfel drauf.“
Ab da schmolzen die feindseligen Blicke dahin und die Flieger gingen weg wie warme Semmeln. Unser designierte Gauleiter Obststandarte Malus alias Carlos Aventura versorgte die lokale Presse standesgemäß mit unentbehrlichen Informationen und im Anschluss daran posten wir gar lieblich aufreizend für deren Lichtbildaufnahmen. Die von uns großzügigst verteilten (selbstverständlich aus deutschem Obstbestand stammenden) Äpfel konnten die Durchhaltekraft der Gegendemonstranten ungemein stärken – nichts anderes hatten wir erwartet -, so dass nach erfolgter Sättigung auch einige ganz wunderbare Gespräche zu Stande kamen, für die wir uns an dieser Stelle nochmals ganz fruchtigst bedanken möchten! *artig nen knicks machen tut*
Natürlich ließ sich nach kurzer Zeit auch Team Green (in Zivil), angelockt von unseren todschicken Outfits, nicht lange bitten und wir nutzen die Gelegenheit uns neue Freunde zu schaffen. Nein wirklich, die haben uns ganz knuffig lieb gewonnen. ![]()
Gern hätten wir uns auch dem Fallobst persönlich vorgestellt, das gehört sich halt so, jedoch glänzten diese ja wie gesagt auf ihrer eigenen Veranstaltung mit Abwesenheit. Es entbietet die Höflichkeit, dass wir dies kurz und knapp auf schriftlichem Wege nachholen werden – wir sind ja nicht so.





