Archiv für August 2007

Gräfenberg 18. August 2007 – „Wir bleiben hier!“

August 20, 2007

„Uns gehört die Zukunft. Her mit der Macht.“ – forderte Udo Pastörs, der lustige kleine Mann auf dem LKW während er und seine 250 Wander-Glatzen trotz mehrmaligem Verlangen und wütendem Aufstampfen einfach nicht auf den Gräfenberger Marktplatz kamen. – Der war nämlich besetzt.

Tja, was haben auch die Gräfenberger auf ihrem eigenen Markplatz zu suchen.

Gehört hatten wir ja schon einiges von dieser Stadt und können sagen, sie ist wirklich etwas ganz besonderes. Dieser kleine fränkische Ort wird allmonatlich von der braunen Pest heimgesucht, doch Gräfenberg wehrt sich und das sogar mit ungeahnter Kreativität. So wurde z.B. das Kriegerdenkmal, vom braune Pöbel zum Mekka erhoben, kurzum einem privaten Verein verpachtet, so dass das Fallobst keine Zutritt mehr hat.

Bereits in den frühen Morgenstunden machte sich eine kleine aber glorreiche Delegation der FDÄ Südbayern auf, nachdem wir uns nach einem grenzgenialen Betriebsausflug am Freitag Abend entschlossen hatten, den zahlreichen Rufen nach Gräfenberg Folge zu leisten und unseren fränkischen Kameraden der Ansbacher Apfelfront mal spontan einen Besuch abzustatten. Weder die 3-stündige Anfahrt noch die halbstündliche Durchsage auf Antenne Bayern, wonach Gräfenberg hermetisch durch Team Green abgeriegelt sei, konnten uns abschrecken. Letzteres war keineswegs untertrieben. Nicht weniger als 3 Check-Points mussten wir passieren, doch die erwartete penible Kontrolle blieb trotz der schwarzen Kleidung und der offen im Wagen liegenden Banner und Megaphon gänzlich aus. Einem netten Lächeln und einer klaren Ansage „Wir wollen nach Gräfenberg rein zur Demo“ folgte ein kritischer Blick, ein Zurücklächeln und Durchwinken. Uns beiden Mädels konnten die Herrschaften einfach nicht widerstehen und so durften wir letztendlich sogar gleich an einer der Kontrollpunkte parken und bekamen noch gastronomische Tipps, wo es unterwegs zum Markplatz noch das beste Eis gibt. Etwas, worum uns eine Antifanten-Gruppe neidisch war. Dafür hatten die wiederum ein eigenes Sofa mitgebracht – weiß der Boskop, wie sie das gemacht haben.

Gegen Mittag waren die Gegendemos bereits im vollem Gange. Es gab Infostände der Jusos, der NoNPD, und einigen anderen mit zahlreichen Infobroschüren, Aufklebern sowie Unterschriftenlisten. Ein Teil des Marktplatzes war mit Bierbänken belegt und so gestaltete sich die gesamte Demo eher wie ein herrlich buntes Straßenfest mit Kind und Kegel, denn eine Anti-Nazi-Demo. Neben den enorm gut gelaunten Moderatoren, die unermüdlich die aktuellen Fußballergebnisse durchgaben, wurde die Menge noch von Kabarettisten, Sängern und einer Trommler-Truppe unterhalten. Politiker wie gemeines Volk war teils von arg weit her gekommen wie z.B. Aachen, Würzburg, München, Nürnberg und Wunsiedel, um in Gräfenberg ein deutliches Zeichen gegen Rechts zu setzen.

Um 16.00 Uhr musste der Bürgermeister das offizielle Ende der Veranstaltung bekannt geben. Hierzu war er rechtlich verpflichtet worden. Jedoch leben wir in einem demokratischen Rechtsstaat, wie der Moderator im Anschluss verkündete und so ließ er abstimmen: Räumen wir den Platz für die Nazis oder bleiben wir. Der Entschluss fiel einstimmig, laut und sehr sehr deutlich aus. ;-)

Um kurz vor 17.00 Uhr kündigte der Moderator unter tösendem Applaus die bereits in Gräfenberg gut bekannte fränkische Front Deutscher Äpfel an und der Gauleiter Fritz Sturm hielt seinem Volk spontan auf dem Podium eine Blut-Schweiß-und-Tränen-Reden. Es folgten orgiastische Jubelschreie, stehende Ovationen und der eine oder andere Punk war zu Tränen gerührt. Ehrlich gesagt hats mich gewundert, dass nicht noch Omis ihre Schlüpper auf die Bühne warfen.

Team Green wollte ebenfalls Anteil nehmen. Aber anstatt ehrerbietig niederzuknien checkten sie lieber die Personalien des Gauleiters.

Sodann entdeckte Herr Sturm auch uns Kampfgefährten aus der Erfurter Maischlacht und versprach, uns nicht beim Führer wegen der fehlenden Armbinden zu melden. Im Gegenteil: Nachdem wir unsere kleiderordnungstechnischen Mängel mit der am Vortag stattgefundenen Beschlagnahme begründeten, leistete der Gau Franken ohne zu zögern Amtshilfe, ließ uns großzügig mit Armbinden ausstatten und verlieh uns dann noch den an diesem Tag enorm heiß begehrten Reichsapfelverdienstorden. Eine Ehre, die uns schier sprachlos machte.

Da das Fallobst die Demo bis 22.00 Uhr angemeldet hatte, sprich, sie auch bis dahin versuchen würden, auf den Markplatz zu kommen, wurden Durchhaltenparolen ausgegeben. Programm war ursprünglich nur bis 16.00 Uhr geplant, dennoch kam es zu keinen Lücken. Permanent wurde etwas dargeboten, gesprochen, gesungen, getrommelt, etc.

So rief die FDÄ dann auch zum „Hitler-Sport“ auf. Dem Reichsertüchtigungsminister (zumindest denke ich, dass er das war) wurde das Mikro vor die Nase gestellt. Die erste Reihe bestand rein aus FDÄler, die vorturnen sollten, doch diese erste Reihe musste schnell bis zum Podium vorrücken, da sich hinter uns mehr und mehr Leute aus der Zivilbevölkerung an dieser schweißtreibenden Angelegenheit beteiligten. Aber wer die Weltherrschaft an sich reißen möchte, muss eben fit sein.

Später gab´s dann noch eine hübsche FDÄ-Polonaise über den ganzen Platz und im Kreis um eine Gruppe Team Paris-Blue herum, sowie weitere Aktivitäten von Banner-Limbo mit Apfel-Jonglieren bis Skandal-Rosi-Pogo. Bei letzterem wurde der Text selbstverständlich umgedichtet. Dort hieß es nun „…. und draußen vor dem Platz stehn die Nazis sich die Füße platt. Skandal im Sperrbezirk. Skandal um Pastörs.“ *träller* *sing* *sing*

Auch ließ es sich der Gauleiter Frankens nicht nehmen, noch eben schnell eine seiner Kameradinnen mit einem Paris-Blueler zu verheiraten. Trotz dem wir zu diesem Zeitpunkt bereits mehrfach aufgefordert worden waren, den Markplatz zu räumen, machte dieser sogar mit. Ein Foto der rührend-romantischen Zeremonie ist derzeit auf Wikipedia zu bestaunen.

Am späten Abend startete Team Green dann erneut einen eher wenig motivierten Versuch, die Bevölkerung zum Heimgehen aufzufordern. Das Megaphone wurde schlichtweg von den „WIR BLEIBEN HIER!“-, „NAZIS-RAUS,RAUS,RAUS!“- und „APFELSAFT; APFELSAFT“-Parolen übertönt. Keine Chance. Das muss Team Green dann wohl auch erkannt haben , denn sie beschränkten sich sodann nur noch aufs Filmen und begannen später damit, die Nazis wieder gen Bahnhof zu deportieren.

Drecks – Trail away!“

Um 22.00 Uhr war der braune Spuk endlich vorüber. Gräfenberg ist bunt geblieben.

Heil Boskop!

FDÄ-Betriebsausflug am 17. August 2007 in München

August 19, 2007

All jene Äpfel, welche an diesem Tag auf Grund urlaubsbedingter Abwesenheit nicht teilnehmen konnten, haben was verpasst. Offiziell als Demobesuch getarnt, machte die FDÄ Südbayern einen Betriebsausflug in das Polizeipräsidium München.

 Freitag, den 17. August 2007 um ca. 17.00 Uhr sammelten sich die strammen Kameraden der Front Deutschen Äpfel (Ableger Boskopistischer Traditionsgau Südbayern) am Sendlinger Tor zur letzten Vorbesprechung. Zu diesem Zeitpunkt wussten nur die eingeweihtesten der eingeweihtesten Äpfel vom wahren Plan des Abends.

Um ca. 18.00 Uhr warfen wir uns in Schale und spazierten los. Bereits an der Ecke zum Stachus empfing uns unsere Eskorte. Wegen des streng geheimen Plan mussten zuerst einmal unsere Personalien geklärt werden, so dass Team Green unsere VIP-Pässe abnahm sowie auch unsere zur Tarnung mitgebrachten Flieger.

Die Wartezeit verbrachten wir übrigens feixend vor dem Schaufenster eines Spielwarenladens, in welchem ein „Norman-Knight“ ausgestellt war. Die Ähnlichkeit mit Norman Bordin war tatsächlich frappierend. ^^

Nachdem unsere Identitäten geklärt waren, wurden wir in einer eindrucksvollen Entourage von Team Green umringt über den Stachus zur Herzog-Max-Straße eskortiert, gefolgt von den neidischen Blicken der bereits anwesenden Demobesuchern. Einer unserer Kameraden, der unterwegs dann zu uns stoßen wollte mit den Worten „Komme ich etwa grad ungelegen?“, wurde von Team Green mit einem knappen „Ja!“ beantwortend abgewiesen. Dieser hatte sich dann kurzum spontan entschlossen das weniger prickelnde Alternativprogramm „Nazi-Demo“ zu genießen.

In der Herzog-Max-Straße warteten bereits unsere grün-weißen VIP-Limos. Es folgte ein erneuter Check unserer bürgerlichen Identitäten und sodann, da uns ein weitere Fußmarsch nicht mehr zumutbar war, wurden wir getrennt in abgetönten Kombis in das ca. noch 100 m entfernte Polizeipräsidium in der Ettstraße gefahren.
Der Erlebnisausflug konnte beginnen.

Stilecht wollten wir mit einer Taschendurchsuchung beginnen sowie mit Ringelpietz mit Anfassen.

Merke: Auf die Frage „Haben Sie etwas spitzes oder scharfen in ihrer Tasche wie z.B. Fixer-Besteck etc.?“ sollte man niemals antworten: „Nö, des hab ich heute zuhause gelassen!“ Das mag zwar eine unwiderstehliche Steilvorlage sein, finden aber die entsprechenden Beamten nicht wirklich komisch.

Gleichmal vorweg: Wurden wir auch zu Beginn noch distanziert und teilweise etwas rüde behandelt, so wurde die Situation mit jeder vergehenden Minute immer witziger und entspannter. Zum Schluss hatten ganz offenbar alle Beteiligten einen Heidenspaß. Vllt liegt es auch daran, dass ich erwähnt habe, hierüber einen Bericht schreiben zu wollen. Denn bei der Verabschiedung fragte eine Beamtin nach, ob sie denn auch alle darin gut wegkommen würden und wo es diesen Bericht dann zu lesen gäbe. Fruchtige Grüße an dieser Stelle.^^

Da wir allerdings getrennt wurden und wir uns lediglich gelegentlich auf den weiten Fluren mit einem kernigen „Heil Boskop!“ grüßen konnten, kann ich nun nur noch aus meiner Sicht berichten.

Die folgende Einzelhaft, die – wie ich hinterher erfuhr – fast allen meinen Leuten zu Teil wurde, verbrachte ich mit dem eingehenden Studium der tiefsinnigen literarischen Werke an den weiß getünchten Wänden. Die auf Wunsch vegetarische Verköstigung war nicht zu beanstanden, wenngleich ich mir den dazu dargebotenen Tee bis zum Verhör aufhob, um nicht auch noch in den Genuss zu kommen, die sanitären Einrichtungen meiner luftigen Zelle nutzen zu müssen.

Nach dem ca. 20-minütigen Aufenthalt wurde ich wieder abgeholt. Was mir auch ganz recht war: Mit dem Becher an den Gitterstäben zu klappern mag zwar in den Hollywood-Filmen ganz gut kommen, klingt aber mit einem Plastikbecher bei weitem nicht so beeindruckend.

Ein nicht ganz unwichtiges Schmankerl:

Die Beamten des Team Green, die mich zum Verhör geleiteten und wieder abholten sprachen wiederholt davon, dass ER nach seinem Sturm auf Feldherrnhalle schon kurzzeitig in diesen Gemäuern einsaß. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass mit ER (dessen Name nicht genannt werden darf) ein gewisser Adolf Hitler gemeint ist.

Ebenso die Geschwister Scholl, bevor sie zur Hinrichtung in das nicht weit entfernte Stadelheim verbracht wurden. Und gemäß telefonischer Recherche zu später Stunde, war offenbar auch mal Andreas Baader hier untergebracht.

Die beeindruckende Historie dieses Gebäudes ist unbestreitbar – wir fühlten uns geehrt.

Der Kripobeamte, der mir im Verlauf des gesamten Abends immer und immer wieder mein Käsebrötchen neidete, bewunderte bereits im Fahrstuhl die überzeugend gute deutsche Handarbeit meiner Armbinden, ließ sich später über die Bedeutung meiner Buttons aufklären legte mir im Verhör dann einen Apfel vor mit der Frage: „Wissen Sie, was das für ein Apfel ist?“ Ich fürchte, meine Antwort „Keine Ahnung. Ein grüner?“ hat ihn wohl etwas enttäuscht, wenn nicht gar desillusioniert.

Auf Grund der Tatsache, dass ich mich weigerte einen Teil der Fragen zu beantworten – (da ich an diesem Tag temporär im Rahmen der Urlaubsvertretung die Gauleitung inne hatte, wollte ich zumindest eine Teilaussage machen) – wurde mir auf dem Rückweg der Fahrstuhl verweigert, so dass ich wie das gewöhnliche Volk die Treppen nehmen musste.

Bei der ED-Behandlung stieß ich dann wieder zu unserer Finanzministerin und den darauffolgenden ungewöhnlichen Andrang an Beamten, die offenbar alle nur zum Ratschen und Feixen gekommen waren, kann ich mir nur damit erklären, dass sich unsere Anwesenheit im Präsidium derweil rumgesprochen hatte und uns alle mal kennenlernen wollten. Wer will es ihnen denn auch verdenken.

Beim Anfertigen entsprechend standesgemäßer Autogrammkarten nahmen wir auf einem etwas arg sonderbar aussehenden Stuhl Platz. Dem Eindruck, dass dieses Teil wie ein elektrischer Stuhl aussieht, konnten sich auch meine Kameraden nicht erwehren, wie ich später erfuhr. Es fehlten lediglich Drähte und Häubchen. Auf Nachfrage teilte man mit, dass er vor einiger Zeit im Archiv wiedergefunden worden sei. Auf diesem Stuhl habe ER schon gesessen.

Auch Fotos im Stand mit „Uniform“ wurden von uns noch mal geschossen (geschmeidiges Posen war leider nicht erlaubt. Auch das zuvor versprochene Gruppenfoto fiel aus) … und danach musste ich von meiner Armbinde Abschied nehmen. Diese, sowie die Buttons und die Flieger dürften nun in der Asservatenkammer dahindarben.

Während ich darüber nachsann, wie ich meine Finger nach der Entlassung schnell wieder sauber kriegen würde, machte ich erfreulicher Weise die Erfahrung, dass das jetzt mit Scanner funktioniert. Wirklich eine faszinierende Angelegenheit.

Nach meiner Entlassung wartete ich mit unserer Finanzministerin Krone noch auf unsere anderen Kameraden. Kurz vor Mitternacht waren wir vollzählig und quirlig gut gelaunt. Da das Fallobst wohl schon zwischenzeitlich nach Hause gegangen ist, sind wir stattdessen erstmal aufgepackt mit den uns wieder ausgehändigten Banner und Megaphone zum McDonalds, wo wir per Bewegfernsprechgeräte die im Urlaub befindliche Frau Reichsmarschall und die im Paralleleinsatz tätige GehAPo über unseren neuen Erfahrungen informierten.

Kommentare (erinnerlich):
Frau Reichsmarschall: „Euch kann man nicht alleine lassen.“
GehAPo: Schallendes Gelächter
Frau Gauleiterin (am nächsten Tag): „Da wär ich gern dabei gewesen.“

Ferner sind wir unserem Wunsch nach V-Leuten einen Schritt näher gekommen, denn am Rande wurde mir mitgeteilt, dass eine Meldung an den Verfassungsschutz erfolgen würde.

Dafür lasst uns beten!

Heil Boskop!

4. August 2007 – Antifa-Demo in München

August 5, 2007

Bericht zur Antifa-Demo „Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren“
4. August 2007, 14.00 Uhr – 17.00 Uhr

Die Antifanten München riefen zur Demo gegen Rechts auf und da durften die heldenhaften Äpfel des Boskopistischen Traditionsgau Süd-Ost-Bayern selbstverständlich nicht fehlen. Zwar durch die ausgerufenen Sommerpause empfindlich dezimiert, aber dennoch wirkungsvoll, wenn auch diesmal in zivil.

Gleich vorweg ist zum Polizeiaufgebot zu sagen: Die Farbe des Tages war blau. Nicht unbedingt nur bei den uniformierten Damen und Herren, sondern hauptsächlich bei der äußerst reichlich anwesenden Zivilpolizei, die wir teilweise auf Grund ihres offensiven Filmen und Fotografieren zuerst teils eher in die rechte Ecke angeordnet hatten. Es gab einfallsreiches blau-kariert, blau-gestreift, blau-uni, blau-grün, hellblau, lilablassblau usw. usw. Man kann sagen, sie haben sich wirklich nur halbherzig um Unauffälligkeit bemüht. Jemand hätte ihnen vllt. sagen sollen, dass der Schwarze Block nicht nur so heißt.

Um 14.00 Uhr versammelten wir uns mit den politischen Desorientierten vor der Post-Filiale in der Silberhornstraße, wo wir auch gleich von unserer Antifa begrüßt wurden, mit reichlich Flyern eingedeckt und von allen Seiten fotografiert und gefilmt wurden. Kein Frage, dass wir uns selbstverständlich jedesmal liebreizend in Pose schmissen, wenn auch Diskussionen aufkamen, ob wir nicht für die nächste Demo selbstgebastelte Zensurbalken mitnehmen sollten.

Nach Beendigung der Fotosession und mit einer halbstündigen Verspätung begann die Auftaktkundgebung, bei der u.a. ein Sprecher der Antifanten München auf die rechtsextrem-motivierten Vorfälle der letzten Zeit im Ortsteil Giesing hinwies und zum Widerstand gegen den immer mehr aufkeimenden braunen Pöbel aufrief.

Sodann wurden weitere Transparente ausgepackt, der Lautiwagen in Position gebracht, die Technik angekurbelt. Jedoch stellt sich bald heraus, dass die musikalische Unterhaltungsanlage in Form von Boxen, die auf einer Holzpalette auf das Autodach gegurtet waren, nur dann voll Pulle laufen konnte, wenn dafür der Wagen geschoben wird. Glorreich darf ich verkünden, dass unser Herrmann Smith, seines Zeichens Subkulturminister des Gaus, zum Weitergang der Demo beigetragen hat und ohne zu zögern zum Autosschieber avancierte. Während des ca. einstündigen Marsches durch Giesing verkündet der Antifanten-Sprecher immer wieder aufs Neue den Anwohnern den Grund dieses Aufzugs, gefolgt von Applaus, Parolen, Winken und ca. 15 Polizeiautos mit soviel Diskothekenlichtern, dass sie jedem Epileptiker den Schweiß auf die Stirn getrieben hätten. Kurzum ein gar ergötzlicher Anblick.

Selbstverständlich gab´s auch einige weniger ergreifende Augenblicke, als z.B. aus einem Haus Eier flogen, oder vereinzelte Passanten durch eindeutigen Gestiken ihre Gesinnung preisgaben. Auch wurde aus mehreren Häusern heraus von Fenstern und Balkonen gefilmt, teils mit größeren Kameras, die Amateure wohl nicht so häufig auf Lager haben.

Auch einen weiteren unangenehmen Vorfall will ich nicht verhehlen: Zwei Demonstranten mussten noch unterwegs vom Aufzuges ausgeschlossen werden, später auch unter Hilfe von Team Green. Ich muss dazu sagen, dass die beiden Herrschaften sich bereits zu Anfang der Demo eher wie Ballermann-Urlauber benommen hatten, denn als Leute, denen ernsthaft was an der Demo liegen würde. Viele Demoteilnehmer kamen aufgepackt mit Transparenten, Flyern und Technik, sie hatten stattdessen einen Kasten Bier, eine locker um die Hüfte geschlungene Deutschlandfahne sowie einen Ghettoblaster dabei, den sie auch während der Auftaktrede laufen ließen. Als sie dann ein Blatt mit der Aufschrift „Nazi du Hurensohn“ (Satzzeichen Fehlanzeige) an eine Schaufensterscheibe pappten, wies sie unser Gaumaler und Kringelleiter Pavel Picassi dezent darauf hin, dass sie gerade von allen Seiten von der ZiPo gefilmt werden, was ihnen wohl auf Grund des leicht erhöhten Alkoholspiegels nicht so relevant erschien.

Während des Aufmarsches wurden sie u.a. vom Demoleiter mehrmals aufgefordert, nicht mit ihren Bierflaschen zu werfen, sowie die Deutschlandfahne abzunehmen. Das Ergebnis war ziemliches Rumgeplärre mit anschließendem Rausschmiss.

Kurz vor Schluss floss auch noch Blut: Unser designierter Agent Provocateur Bernhard Kopanchek, Mitglied des Kringels München kam dem Lautiwagen seitliche etwas zu nahe oder der Lautiwagen ihm. Es folgte ein saftiges „Zapp-Blob-Upps“ und die Sandalette Bernhards war Geschichte. Einziges verbliebenes Relik war ein Riemen an dessen linken Fuß. Logische Konsequenz: Er marschierte ab da „Barfuß gegen Rechts2 und den verdienstvollen Sandalen kam später ein Heldenbegräbnis und Gedenken an deren Märtyrertod zu.

Zu weiteren Problemen bzw. Ausschreitungen kam es erfreulicher Weise nicht. Im Großen und Ganzen lief eigentlich alles sehr schön und angenehm ab, und der Demozug hatte zum Ende hin an beachtlicher Länge gewonnen.

Wir konnten für die Zukunft und weitere Aktionen, welche im Hinblick auf die bevorstehende Landstagswahl vermehrt in München stattfinden müssen, einiges an Infos sammeln und werden ferner unseren Kontakt zu den Münchner Antifanten pflegen und intensivieren.

Die Verheißung ist angebrochen!

Noch ein Hinweis:

Am 17. August 2007 will einer unserer Lieblingsnazis, Norman „The Bordinline-Syndrom“ Bordin, uns in München ab 20.00 Uhr mit einer Rudolf-Hess-Mahnwache unterhalten.

Doch München mach dir keine Sorgen! Nach unserem triumphalen Erfolg in Dorfen, wird die Apfelfront nun auch München zur Bordin-befreiten Zone machen!

18. Juli 2007 „Demo gegen Rechts“ in Altötting

August 5, 2007

Am Mittwoch Nachmittag des 18. Juli 2007 veranstaltete das Bündnis gegen Rechts in Altötting eine Demo. Mit dabei war der ruhmreiche Boskopistische Traditionsgau Süd-Ost-Bayern… sowie 3 Exemplare braunen Fallobstes.

Alles begann mit einer Idee und dem Wunsch die Bevölkerung auf die Umtriebe der örtlichen NPD aufmerksam zu machen. Es folgten unzählige schweißtreibender Stunden, in denen Reden geschrieben, Transparente vorbereitet, Leute angeschrieben, alles organisiert und durchgeknallte Vorbereitungstreffen mit Pudding abgehalten wurden.

Trotz diverser Widrigkeiten, die uns von unerwarteter Seiten entgegenstanden und dem Budget von aufgerundet 13,66 € ist es uns gelungen, eine kleine witzige Demo auf die Beine zu stellen.

Am 18. Juli war es dann endlich soweit: Eine Truppe glorreicher Apfelfrontler versammelte bei tropischen Temperaturen am Altöttinger Bahnhof, um sich zur Ergreifung der Weltherrschaft aufzumachen, wo auch gleich mal ein paar Flieger verteilt wurden.

Nach Begrüßung von Team Green, dass in erstaunlicher Truppenstärke aufgezogen war, sowie die anwesende Presse und Herrn Steinbrecher von der Stadt, der sadistischer Weise ein sicherlich ziemlich erfrischend kühles Eis vor unserer Nase verzehrte, formierten wir uns zum Aufmarsch.

Uns war jedoch die rechte (!) Straßenseite zugeordnet worden. Ein Umstand, den wir so nicht dulden konnten. Doch unsere Gauleiterin in ihrer unermesslichen Weisheit wusste dieser schändliche Situation beizukommen und rief die Formation Rückwärtslaufen aus, was zu einer gewissen Erheiterung führte und auch der Lokalpresse eine Bemerkung wert war. Hart wie Leder, zäh wie Kruppstahl, ausgerüstet mit Transparenten und Bannern marschierten wir unter Blut-Schweiß-und-Tränen und eskortiert von zahlreichen Team Greenler mit Blaulicht gen Tillyplatz.

Dabei wurden wir auch reichlich fotografiert und gefilmt, so dass dieser Aufzug des bestangezogensten schwarzen Blockes unter Rufen diverser Apfelsaft-Parolen auch der Nachwelt erhalten bleiben wird. Angesichts der später auf dem gesamten Gelände um den Tillyplatz herum gefundenen JN- und Anti-Antifa-Aufklebern, können Rückschlüsse darauf gezogen werden, für welche Nachwelt (oder sollte ich lieber sagen Unterwelt?). Na egal, dann lernen die Weichbirnen vllt auch mal was.

Am Kundgebungsort angekommen posierten wir in gewohnt liebreizender Manier der Lokalpresse für ein paar Lichtbildaufnahmen, verteilten noch mehr Flieger und Infoblätter und sodann bestieg Frau Reichsmarschall Renate das Rednerpult und hielt eine flammende Eröffnungsrede. Nach ihm folgte die einzig wahre Gauleiterin, welche im Anschluss die bundesweit erste Live-Blätterung des Delinquenten Pavel Picassi ausrief. Dieser hatte sich wiederholt des Hochverrats, der Aufwiegelei und des Zuspätkommens (auch an diesem Tag) schuldig gemacht.

Sodann folgten noch Redner der Landesschülervertretung, der Jungen Union Töging, sowie der Grünen Jugend Wasserburg. Letzterer lud uns gleich noch zu einen Termin nach Wasserburg ein, welchen wir auch fruchtigst gern wahrnehmen möchten.

Zum Abschluss wurden auch kritische Stimme laut, welche jedoch konstruktiver Natur waren und somit selbstverständlich gerne von uns angenommen und in der anschließenden Nachbesprechung auch behandelt wurden.

Nicht unerwähnt sollte auch bleiben, dass auch das Fallobst der Demo nicht fernblieb sondern sogar ganz drei Stück sich die Mühe gemacht hatten. Der Übersichtlichkeit halber – und weil sie sich uns nicht vorstellen wollten – haben wir ihnen Namen gegeben. Da hätten wir den böse guckenden „Fahrrad“-Nazi, den ach so cool aussehenden „SS-Runen-Tattoo“-Nazi und den „Der-Unterstaller“-Nazi. Letzterer (übrigens ein Bild von einem Mann, der sich offenbar für unseren Auftritt aufhübschen und sich beim Rasieren geschnitten hatte) verweigerte die Annahme des ihm feilgebotenen Infoblatts. Tja schade, es stand sein Name drin, hätte ihn vllt interessiert. ;-)

Dafür unterhielt uns dieser mit diversen Verleumdungen und Sätzen wie „Ihr seid keine Gefahr für uns“ – als hätten wir einen Angriffskrieg ausführen wollen, anstatt ihm nur einen Flieger zu übergeben – und extrem geschönten Kreisverband-Mitgliedszahlen. Im großen und ganzen machte er sich während seines bereits gewohnten Zwergerlaufstandes etwas lächerlich, dennoch sprang ihm keiner seiner anwesenden Kameraden in irgendeiner Weise zur Seite, geschweige denn, dass sie ihn auf die doch recht auffällige Blutspur am Kinn hingewiesen hätten. Solidarität, Kameraden von der NPD, weiter so! *lol*

Markus „The Fridgenius“ Fridgen, seines Zeichens 1. Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Altötting-Mühldorf hat sich allerdings nicht blicken lassen.

An dieser Stelle möchten wir noch mal bei allen Leuten fruchtig für ihre Unterstützung danken und auch für die drei neuen Einträge in unser Polizie-Album.

Saft durch Freude!

Heil Boskop!

 

P.S.

Ich weiß zwar nicht wie, aber offenbar habe ich versehentlich jemandem einen Kugelschreiber mit der Aufschrift „Stiftung der Deutschen Polizeigewerkschaft“ gemopst. Sry, war echt keine Absicht. ^^