FDÄ-Betriebsausflug am 17. August 2007 in München

By apfelfront

All jene Äpfel, welche an diesem Tag auf Grund urlaubsbedingter Abwesenheit nicht teilnehmen konnten, haben was verpasst. Offiziell als Demobesuch getarnt, machte die FDÄ Südbayern einen Betriebsausflug in das Polizeipräsidium München.

 Freitag, den 17. August 2007 um ca. 17.00 Uhr sammelten sich die strammen Kameraden der Front Deutschen Äpfel (Ableger Boskopistischer Traditionsgau Südbayern) am Sendlinger Tor zur letzten Vorbesprechung. Zu diesem Zeitpunkt wussten nur die eingeweihtesten der eingeweihtesten Äpfel vom wahren Plan des Abends.

Um ca. 18.00 Uhr warfen wir uns in Schale und spazierten los. Bereits an der Ecke zum Stachus empfing uns unsere Eskorte. Wegen des streng geheimen Plan mussten zuerst einmal unsere Personalien geklärt werden, so dass Team Green unsere VIP-Pässe abnahm sowie auch unsere zur Tarnung mitgebrachten Flieger.

Die Wartezeit verbrachten wir übrigens feixend vor dem Schaufenster eines Spielwarenladens, in welchem ein „Norman-Knight“ ausgestellt war. Die Ähnlichkeit mit Norman Bordin war tatsächlich frappierend. ^^

Nachdem unsere Identitäten geklärt waren, wurden wir in einer eindrucksvollen Entourage von Team Green umringt über den Stachus zur Herzog-Max-Straße eskortiert, gefolgt von den neidischen Blicken der bereits anwesenden Demobesuchern. Einer unserer Kameraden, der unterwegs dann zu uns stoßen wollte mit den Worten „Komme ich etwa grad ungelegen?“, wurde von Team Green mit einem knappen „Ja!“ beantwortend abgewiesen. Dieser hatte sich dann kurzum spontan entschlossen das weniger prickelnde Alternativprogramm „Nazi-Demo“ zu genießen.

In der Herzog-Max-Straße warteten bereits unsere grün-weißen VIP-Limos. Es folgte ein erneuter Check unserer bürgerlichen Identitäten und sodann, da uns ein weitere Fußmarsch nicht mehr zumutbar war, wurden wir getrennt in abgetönten Kombis in das ca. noch 100 m entfernte Polizeipräsidium in der Ettstraße gefahren.
Der Erlebnisausflug konnte beginnen.

Stilecht wollten wir mit einer Taschendurchsuchung beginnen sowie mit Ringelpietz mit Anfassen.

Merke: Auf die Frage „Haben Sie etwas spitzes oder scharfen in ihrer Tasche wie z.B. Fixer-Besteck etc.?“ sollte man niemals antworten: „Nö, des hab ich heute zuhause gelassen!“ Das mag zwar eine unwiderstehliche Steilvorlage sein, finden aber die entsprechenden Beamten nicht wirklich komisch.

Gleichmal vorweg: Wurden wir auch zu Beginn noch distanziert und teilweise etwas rüde behandelt, so wurde die Situation mit jeder vergehenden Minute immer witziger und entspannter. Zum Schluss hatten ganz offenbar alle Beteiligten einen Heidenspaß. Vllt liegt es auch daran, dass ich erwähnt habe, hierüber einen Bericht schreiben zu wollen. Denn bei der Verabschiedung fragte eine Beamtin nach, ob sie denn auch alle darin gut wegkommen würden und wo es diesen Bericht dann zu lesen gäbe. Fruchtige Grüße an dieser Stelle.^^

Da wir allerdings getrennt wurden und wir uns lediglich gelegentlich auf den weiten Fluren mit einem kernigen „Heil Boskop!“ grüßen konnten, kann ich nun nur noch aus meiner Sicht berichten.

Die folgende Einzelhaft, die – wie ich hinterher erfuhr – fast allen meinen Leuten zu Teil wurde, verbrachte ich mit dem eingehenden Studium der tiefsinnigen literarischen Werke an den weiß getünchten Wänden. Die auf Wunsch vegetarische Verköstigung war nicht zu beanstanden, wenngleich ich mir den dazu dargebotenen Tee bis zum Verhör aufhob, um nicht auch noch in den Genuss zu kommen, die sanitären Einrichtungen meiner luftigen Zelle nutzen zu müssen.

Nach dem ca. 20-minütigen Aufenthalt wurde ich wieder abgeholt. Was mir auch ganz recht war: Mit dem Becher an den Gitterstäben zu klappern mag zwar in den Hollywood-Filmen ganz gut kommen, klingt aber mit einem Plastikbecher bei weitem nicht so beeindruckend.

Ein nicht ganz unwichtiges Schmankerl:

Die Beamten des Team Green, die mich zum Verhör geleiteten und wieder abholten sprachen wiederholt davon, dass ER nach seinem Sturm auf Feldherrnhalle schon kurzzeitig in diesen Gemäuern einsaß. Auf Nachfrage teilte man mir mit, dass mit ER (dessen Name nicht genannt werden darf) ein gewisser Adolf Hitler gemeint ist.

Ebenso die Geschwister Scholl, bevor sie zur Hinrichtung in das nicht weit entfernte Stadelheim verbracht wurden. Und gemäß telefonischer Recherche zu später Stunde, war offenbar auch mal Andreas Baader hier untergebracht.

Die beeindruckende Historie dieses Gebäudes ist unbestreitbar – wir fühlten uns geehrt.

Der Kripobeamte, der mir im Verlauf des gesamten Abends immer und immer wieder mein Käsebrötchen neidete, bewunderte bereits im Fahrstuhl die überzeugend gute deutsche Handarbeit meiner Armbinden, ließ sich später über die Bedeutung meiner Buttons aufklären legte mir im Verhör dann einen Apfel vor mit der Frage: „Wissen Sie, was das für ein Apfel ist?“ Ich fürchte, meine Antwort „Keine Ahnung. Ein grüner?“ hat ihn wohl etwas enttäuscht, wenn nicht gar desillusioniert.

Auf Grund der Tatsache, dass ich mich weigerte einen Teil der Fragen zu beantworten – (da ich an diesem Tag temporär im Rahmen der Urlaubsvertretung die Gauleitung inne hatte, wollte ich zumindest eine Teilaussage machen) – wurde mir auf dem Rückweg der Fahrstuhl verweigert, so dass ich wie das gewöhnliche Volk die Treppen nehmen musste.

Bei der ED-Behandlung stieß ich dann wieder zu unserer Finanzministerin und den darauffolgenden ungewöhnlichen Andrang an Beamten, die offenbar alle nur zum Ratschen und Feixen gekommen waren, kann ich mir nur damit erklären, dass sich unsere Anwesenheit im Präsidium derweil rumgesprochen hatte und uns alle mal kennenlernen wollten. Wer will es ihnen denn auch verdenken.

Beim Anfertigen entsprechend standesgemäßer Autogrammkarten nahmen wir auf einem etwas arg sonderbar aussehenden Stuhl Platz. Dem Eindruck, dass dieses Teil wie ein elektrischer Stuhl aussieht, konnten sich auch meine Kameraden nicht erwehren, wie ich später erfuhr. Es fehlten lediglich Drähte und Häubchen. Auf Nachfrage teilte man mit, dass er vor einiger Zeit im Archiv wiedergefunden worden sei. Auf diesem Stuhl habe ER schon gesessen.

Auch Fotos im Stand mit „Uniform“ wurden von uns noch mal geschossen (geschmeidiges Posen war leider nicht erlaubt. Auch das zuvor versprochene Gruppenfoto fiel aus) … und danach musste ich von meiner Armbinde Abschied nehmen. Diese, sowie die Buttons und die Flieger dürften nun in der Asservatenkammer dahindarben.

Während ich darüber nachsann, wie ich meine Finger nach der Entlassung schnell wieder sauber kriegen würde, machte ich erfreulicher Weise die Erfahrung, dass das jetzt mit Scanner funktioniert. Wirklich eine faszinierende Angelegenheit.

Nach meiner Entlassung wartete ich mit unserer Finanzministerin Krone noch auf unsere anderen Kameraden. Kurz vor Mitternacht waren wir vollzählig und quirlig gut gelaunt. Da das Fallobst wohl schon zwischenzeitlich nach Hause gegangen ist, sind wir stattdessen erstmal aufgepackt mit den uns wieder ausgehändigten Banner und Megaphone zum McDonalds, wo wir per Bewegfernsprechgeräte die im Urlaub befindliche Frau Reichsmarschall und die im Paralleleinsatz tätige GehAPo über unseren neuen Erfahrungen informierten.

Kommentare (erinnerlich):
Frau Reichsmarschall: „Euch kann man nicht alleine lassen.“
GehAPo: Schallendes Gelächter
Frau Gauleiterin (am nächsten Tag): „Da wär ich gern dabei gewesen.“

Ferner sind wir unserem Wunsch nach V-Leuten einen Schritt näher gekommen, denn am Rande wurde mir mitgeteilt, dass eine Meldung an den Verfassungsschutz erfolgen würde.

Dafür lasst uns beten!

Heil Boskop!

2 Antworten zu „FDÄ-Betriebsausflug am 17. August 2007 in München“

  1. Axiom sagt:

    Wo lernt man so zu schreiben? :p

  2. NeNo sagt:

    Sehr sehr kuhl. Die Art von Humor gehört ins Fernsehen.. *g*

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