Bericht zur Antifa-Demo „Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren“
4. August 2007, 14.00 Uhr – 17.00 Uhr
Die Antifanten München riefen zur Demo gegen Rechts auf und da durften die heldenhaften Äpfel des Boskopistischen Traditionsgau Süd-Ost-Bayern selbstverständlich nicht fehlen. Zwar durch die ausgerufenen Sommerpause empfindlich dezimiert, aber dennoch wirkungsvoll, wenn auch diesmal in zivil.
Gleich vorweg ist zum Polizeiaufgebot zu sagen: Die Farbe des Tages war blau. Nicht unbedingt nur bei den uniformierten Damen und Herren, sondern hauptsächlich bei der äußerst reichlich anwesenden Zivilpolizei, die wir teilweise auf Grund ihres offensiven Filmen und Fotografieren zuerst teils eher in die rechte Ecke angeordnet hatten. Es gab einfallsreiches blau-kariert, blau-gestreift, blau-uni, blau-grün, hellblau, lilablassblau usw. usw. Man kann sagen, sie haben sich wirklich nur halbherzig um Unauffälligkeit bemüht. Jemand hätte ihnen vllt. sagen sollen, dass der Schwarze Block nicht nur so heißt.
Um 14.00 Uhr versammelten wir uns mit den politischen Desorientierten vor der Post-Filiale in der Silberhornstraße, wo wir auch gleich von unserer Antifa begrüßt wurden, mit reichlich Flyern eingedeckt und von allen Seiten fotografiert und gefilmt wurden. Kein Frage, dass wir uns selbstverständlich jedesmal liebreizend in Pose schmissen, wenn auch Diskussionen aufkamen, ob wir nicht für die nächste Demo selbstgebastelte Zensurbalken mitnehmen sollten.
Nach Beendigung der Fotosession und mit einer halbstündigen Verspätung begann die Auftaktkundgebung, bei der u.a. ein Sprecher der Antifanten München auf die rechtsextrem-motivierten Vorfälle der letzten Zeit im Ortsteil Giesing hinwies und zum Widerstand gegen den immer mehr aufkeimenden braunen Pöbel aufrief.
Sodann wurden weitere Transparente ausgepackt, der Lautiwagen in Position gebracht, die Technik angekurbelt. Jedoch stellt sich bald heraus, dass die musikalische Unterhaltungsanlage in Form von Boxen, die auf einer Holzpalette auf das Autodach gegurtet waren, nur dann voll Pulle laufen konnte, wenn dafür der Wagen geschoben wird. Glorreich darf ich verkünden, dass unser Herrmann Smith, seines Zeichens Subkulturminister des Gaus, zum Weitergang der Demo beigetragen hat und ohne zu zögern zum Autosschieber avancierte. Während des ca. einstündigen Marsches durch Giesing verkündet der Antifanten-Sprecher immer wieder aufs Neue den Anwohnern den Grund dieses Aufzugs, gefolgt von Applaus, Parolen, Winken und ca. 15 Polizeiautos mit soviel Diskothekenlichtern, dass sie jedem Epileptiker den Schweiß auf die Stirn getrieben hätten. Kurzum ein gar ergötzlicher Anblick.
Selbstverständlich gab´s auch einige weniger ergreifende Augenblicke, als z.B. aus einem Haus Eier flogen, oder vereinzelte Passanten durch eindeutigen Gestiken ihre Gesinnung preisgaben. Auch wurde aus mehreren Häusern heraus von Fenstern und Balkonen gefilmt, teils mit größeren Kameras, die Amateure wohl nicht so häufig auf Lager haben.
Auch einen weiteren unangenehmen Vorfall will ich nicht verhehlen: Zwei Demonstranten mussten noch unterwegs vom Aufzuges ausgeschlossen werden, später auch unter Hilfe von Team Green. Ich muss dazu sagen, dass die beiden Herrschaften sich bereits zu Anfang der Demo eher wie Ballermann-Urlauber benommen hatten, denn als Leute, denen ernsthaft was an der Demo liegen würde. Viele Demoteilnehmer kamen aufgepackt mit Transparenten, Flyern und Technik, sie hatten stattdessen einen Kasten Bier, eine locker um die Hüfte geschlungene Deutschlandfahne sowie einen Ghettoblaster dabei, den sie auch während der Auftaktrede laufen ließen. Als sie dann ein Blatt mit der Aufschrift „Nazi du Hurensohn“ (Satzzeichen Fehlanzeige) an eine Schaufensterscheibe pappten, wies sie unser Gaumaler und Kringelleiter Pavel Picassi dezent darauf hin, dass sie gerade von allen Seiten von der ZiPo gefilmt werden, was ihnen wohl auf Grund des leicht erhöhten Alkoholspiegels nicht so relevant erschien.
Während des Aufmarsches wurden sie u.a. vom Demoleiter mehrmals aufgefordert, nicht mit ihren Bierflaschen zu werfen, sowie die Deutschlandfahne abzunehmen. Das Ergebnis war ziemliches Rumgeplärre mit anschließendem Rausschmiss.
Kurz vor Schluss floss auch noch Blut: Unser designierter Agent Provocateur Bernhard Kopanchek, Mitglied des Kringels München kam dem Lautiwagen seitliche etwas zu nahe oder der Lautiwagen ihm. Es folgte ein saftiges „Zapp-Blob-Upps“ und die Sandalette Bernhards war Geschichte. Einziges verbliebenes Relik war ein Riemen an dessen linken Fuß. Logische Konsequenz: Er marschierte ab da „Barfuß gegen Rechts2 und den verdienstvollen Sandalen kam später ein Heldenbegräbnis und Gedenken an deren Märtyrertod zu.
Zu weiteren Problemen bzw. Ausschreitungen kam es erfreulicher Weise nicht. Im Großen und Ganzen lief eigentlich alles sehr schön und angenehm ab, und der Demozug hatte zum Ende hin an beachtlicher Länge gewonnen.
Wir konnten für die Zukunft und weitere Aktionen, welche im Hinblick auf die bevorstehende Landstagswahl vermehrt in München stattfinden müssen, einiges an Infos sammeln und werden ferner unseren Kontakt zu den Münchner Antifanten pflegen und intensivieren.
Die Verheißung ist angebrochen!
Noch ein Hinweis:
Am 17. August 2007 will einer unserer Lieblingsnazis, Norman „The Bordinline-Syndrom“ Bordin, uns in München ab 20.00 Uhr mit einer Rudolf-Hess-Mahnwache unterhalten.
Doch München mach dir keine Sorgen! Nach unserem triumphalen Erfolg in Dorfen, wird die Apfelfront nun auch München zur Bordin-befreiten Zone machen!








